Wir erhalten oft Anfragen mit der Bitte: „Können Sie mir ein Angebot machen?“
Das verstehen wir natürlich, schließlich möchte man vor einer Beauftragung wissen, mit welchen Kosten man rechnen kann. Gerade bei individuellen Anfertigungen ist
diese Frage absolut berechtigt.
Allerdings gibt es einen wichtigen Unterschied zwischen einem Angebot und einem Kostenvoranschlag (KVA). Viele kennen diesen Unterschied nicht, besonders wenn es um maßgeschneiderte Arbeiten oder Unikate geht. Genau deshalb möchten wir hier kurz erklären, warum wir bewusst mit Kostenvoranschlägen statt mit festen Angeboten arbeiten und warum das für individuelle Projekte die beste Lösung ist.
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Angebot und einem Kostenvoranschlag (KVA)?
Was ist ein Angebot?
Ein Angebot ist eine verbindliche Erklärung eines Unternehmens, eine Leistung oder ein Produkt zu einem bestimmten Preis zu erbringen. Sobald ein Kunde ein Angebot annimmt, entsteht in der Regel ein Vertrag mit genau festgelegten Konditionen.
Typische Merkmale eines Angebots:
- Der Preis ist verbindlich und festgelegt.
- Leistungsumfang und Konditionen sind genau definiert.
- Nach Annahme durch den Kunden entsteht ein rechtsverbindlicher Auftrag.
- Preisänderungen sind normalerweise nicht vorgesehen.
Ein Angebot eignet sich besonders für standardisierte Produkte oder Leistungen, bei denen alle Kosten im Voraus exakt kalkuliert werden können.
Was ist ein Kostenvoranschlag (KVA)?
Ein Kostenvoranschlag hingegen ist eine unverbindliche Einschätzung der zu erwartenden Kosten für eine geplante Arbeit. Er basiert auf Erfahrung, Kalkulation und aktuellen Marktpreisen und kann sich aber noch verändern.
Typische Merkmale eines Kostenvoranschlags:
- Der Preis ist eine realistische Schätzung, aber nicht verbindlich.
- Er gibt Kunden eine Orientierung über die voraussichtlichen Kosten.
- Anpassungen sind möglich, wenn sich Rahmenbedingungen ändern.
- Besonders sinnvoll bei individuellen oder komplexen Projekten.
Gerade bei maßgeschneiderten Arbeiten, Sonderanfertigungen oder Unikaten ist ein Kostenvoranschlag die übliche und faire Lösung für beide Seiten.
Wie stark darf ein Kostenvoranschlag abweichen?
Ein Kostenvoranschlag darf nur in einem gewissen Rahmen überschritten werden.
In der Praxis spricht man häufig von einer üblichen Abweichung von etwa 10–20 %.
Wichtig ist dabei jedoch:
- Wenn absehbar ist, dass die Kosten deutlich höher (über den 10-20%) werden, müssen Kunden rechtzeitig informiert werden.
- Kunden haben dann die Möglichkeit zu entscheiden, ob die Arbeit fortgesetzt werden soll.
- Transparenz während des gesamten Projekts ist entscheidend.
Ein wichtiger Punkt dabei: Der größte ungewisse Faktor in unserer Branche ist in der Regel der Edelmetallkurs. Da sich dieser teilweise sehr kurzfristig ändern kann, kann sich auch der endgültige Preis entsprechend anpassen.
Warum wir ausschließlich mit Kostenvoranschlägen arbeiten
Bei unseren individuellen Auftragsarbeiten spielen mehrere Faktoren eine Rolle, die eine feste Preisgarantie im Voraus oft unmöglich machen.
1. Schwankende Edelmetallpreise
Der Preis vieler Materialien – insbesondere Edelmetalle – ist direkt vom aktuellen Marktpreis abhängig. Diese Kurse können sich teilweise täglich ändern und sind der wichtigste variable Kostenfaktor.
Deshalb gilt bei uns: Je schneller wir eine Auftragsbestätigung erhalten, desto näher liegt der endgültige Preis am ursprünglichen
Kostenvoranschlag.
Denn so können wir den Materialpreis möglichst nah am Zeitpunkt der Kalkulation sichern.
Gerade derzeit sind Gold- und Silberpreise besonders volatil. Das bedeutet, die Kurse schwanken teilweise stark innerhalb kurzer Zeit. Für uns macht das die Kalkulation zusätzlich schwierig, denn auch wir können die zukünftige Entwicklung der Edelmetallpreise nicht vorhersagen. Die Preise können sich sowohl nach oben als auch nach unten bewegen.
Mit einem Kostenvoranschlag können wir:
- den aktuellen Edelmetallkurs in die Kalkulation einbeziehen,
- eine transparente Preisorientierung geben,
- und den finalen Preis fair an die tatsächlichen Materialkosten anpassen.
2. Individuelle Unikate lassen sich nicht exakt vorab kalkulieren
Unsere Auftragsarbeiten sind maßgeschneiderte Einzelstücke. Das bedeutet:
- Jedes Projekt ist anders.
- Aufwand und Materialverbrauch können variieren.
- Details entwickeln sich teilweise erst während der Umsetzung.
Ein klassisches Angebot mit fixem Endpreis würde dieser Art von Arbeit nicht gerecht werden.
3. Transparenz und Fairness für unsere Kunden
Durch einen Kostenvoranschlag wissen unsere Kunden:
- in welchem Kostenrahmen sich das Projekt bewegt,
- welche Faktoren den Preis beeinflussen,
- und warum der endgültige Preis erst nach genauer Umsetzung feststeht.
So können wir flexibel auf tagesaktuelle Edelmetallkurse reagieren und genau den Aufwand berechnen, der wirklich in Ihr Schmuckstück fließt. Fair für Sie und fair für unser Handwerk.
Fazit: Kostenvoranschlag ist die beste Lösung für individuelle Projekte
Der Unterschied zwischen Angebot und Kostenvoranschlag ist vor allem die Preisverbindlichkeit.
Während ein Angebot einen festen Preis garantiert, bietet ein Kostenvoranschlag eine fundierte, aber flexible Kosteneinschätzung.
Für individuelle Auftragsarbeiten - besonders bei Materialien mit schwankenden Marktpreisen wie Edelmetallen – ist der Kostenvoranschlag die sinnvollste und transparenteste Lösung.
Deshalb arbeiten wir bewusst ausschließlich mit KVAs bei unseren Auftragsarbeiten, um faire und realistische Preise für jedes Unikat zu ermöglichen.
Goldpreisentwicklung in Gramm/Jahr
Silberpreisentwicklung in Gramm/Jahr


