Wappengravur auf Siegelringen – Handgravur & Gestaltung

Vom korrekten Aufbau des Familienwappens bis zur handwerklichen Umsetzung der Gravur im Edelstein, Gold oder Platin.

Eine Wappengravur macht einen Siegelring zu etwas Einzigartigem. Sie verbindet Tradition, Familiengeschichte und persönliche Identität mit edlem Schmuckhandwerk. In unserem Atelier fertigen wir jede Gravur in enger Zusammenarbeit mit unseren Graveurmeistern an – präzise, detailreich und immer individuell nach Ihrem Motiv. Im Folgenden erfahren Sie alles über den Aufbau eines Wappens, die verschiedenen Gravurtechniken und die Gestaltungsmöglichkeiten für Ihr Wappen. 

All unsere Wappen werden von Hand graviert.



Wie ist ein Wappen aufgebaut?

Ein Vollwappen besteht normalerweise aus :

  • Helmzier
  • Helm
  • Helmdecke und
  • Schild

Welche Motiv-Ausführungen gibt es von Wappen

Vom detailreichen Vollwappen bis hin zum einfachen Schild

Vollwappen

Das komplette Wappen wird graviert mit Helmzier und Helmdecke oder Wappenmantel.

 Schild mit Krone / Helm

Anstatt Helm und Blätterkrone kann auch die Standeskrone (Rang- /Adelskrone) graviert werden.

  • 5-zackige Krone für nicht titulierten Adel
  • 7-zackige Krone für Freiherr/Freifrau
  • 9-zackige Krone für Graf/Gräfin

 Schild

Das Schild ist die schlichteste Form, ein Wappen zu gravieren. Dabei wird das Wappen auf seine grundlegende Schildform reduziert.


In welche Richtung wird das Wappen bei einem Siegelring graviert?

Da gibt es 2 Möglichkeiten bei den Ringen: entweder zur Ansicht oder zum Siegeln.

Wappen-Anhänger werden zur Ansicht graviert.

„zur Ansicht“

= zum Lesen im Stein/Metall graviert

„zum Siegeln“

= spiegelverkehrt im Stein/Metall graviert


Was eignet sich als Gravurvorlage?

Um Ihr Motiv perfekt übertragen zu können, benötigt unser Graveurmeister lediglich eine klare Draufsicht, auf der alle Details gut erkennbar sind. Das kann eine Zeichnung, ein Foto oder der Abdruck eines bereits existierenden Siegelrings sein.

Selbst ungewöhnliche Vorlagen wie die Gravur von einer antiken Butterdose oder einem Familien-Teppich haben wir in unserer Werkstatt schon meisterhaft auf Edelsteine übertragen. Wichtig ist einzig, dass Sie berechtigt sind, das entsprechende Wappen zu tragen.


Welche Steine verwendet man für Siegelringe?

Es gibt 2-farbige Edelsteine (Lagensteine), 1-farbige opake Edelsteine und 1-farbig transparente Edelsteine.

Die transparenten Edelsteine sind deutlich teurer.

Weiter Info zur Härte der verschiedenen Edelsteine finden sie in unserem Blog.

2-farbig

Lagensteine (blau, grün, rot)

Handgefertigter Wappenring aus 750 Weißgold mit Wappengravur im Karneol

1-farbig

opake Edelsteine wie z.B. Karneol, Achat, Jaspis, Lapis, Jade, Onyx, ind. Montstein

1-farbig

transpartente Edelsteine wie z.B. Bergkristall, Saphir, Turmalin, Aquamarin, Granat 

ohne Stein

direkt im Metall graviert


Gravurdetails der Wappengravur im Lagenstein

Handgefertigter Siegelring aus warmem Roségold von Goldschmiede Stephanie Berger, besetzt mit einem zweifarbigen, rot-blauen Lagenstein.

durchgraviert

Das Wappen wird komplett in die untere Lage des Lagensteins graviert. Der Abdruck im Siegel erhält die richtige Tiefe.

Handgefertigter Herren-Siegelring aus Gold von Goldschmiede Stephanie Berger mit detailreicher, abschattierter Wappengravur.

abschattiert (zur Ansicht)

Wappen wird in verschiedenen Tiefen ausgearbeitet, dadurch wirkt das Wappen feiner. Nicht zum Siegeln gedacht.


Fassart der Edelsteine

Siegelringe: Roségold & Gold mit Lagenstein – Goldschmiede Stephanie Berger

Die Steine können bei uns mit einer runden (links) oder einer graden (rechts) Kante gefasst werden.


Was kann man im Siegel- oder Wappenring gravieren?

Neben den klassischen Familienwappen können auch Initialen, Phantasiewappen, Symbole, Tiere oder andere Motive graviert werden.

Familienwappen

Handgefertigter Siegelring aus Gold mit Phantasiewappen aus der Goldschmiede Stephanie Berger

Fantasiewappen

Edler, puristischer Siegelring aus Platin ohne Stein von Goldschmiede Stephanie Berger mit handgraviertem Monogramm.

Monogramm

Tiere

Handgefertigter Siegelring aus Gold von Goldschmiede Stephanie Berger mit einer detaillierten, individuellen Symbol-Gravur.

Symbol


Gravur ist nicht gleich Gravur

Direktvergleich zweier Ringe von Goldschmiede Stephanie Berger zur Veranschaulichung der Unterschiede zwischen klassischer Handgravur und Lasergravur.

Hier zeigt sich der deutliche Unterschied zwischen einer hochwertigen Handgravur und einer günstigen Lasergravur.

Die Wahl der Gravurtechnik beeinflusst nicht nur den Preis, sondern vor allem die sichtbare Qualität und die Haltbarkeit über Generationen.


Welche Gravurtechniken stehen zur Auswahl?

Je nachdem, ob Sie sich für eine Variante mit Edelstein oder ohne entscheiden, stehen Ihnen folgende Möglichkeiten zur Auswahl:

Siegelringe & Anhänger mit Stein

Gravur im Edelstein wie z. B. Lagenstein, Jaspis, Karneol


  • Vertiefte Gravur (zur Ansicht): Spiegelrichtig tief eingearbeitet – perfekt ablesbar.

  • Vertiefte Gravur (zum Siegeln): Spiegelverkehrt graviert für den echten Abdruck.

  • Reliefgravur: Dreidimensional und plastisch erhaben herausgearbeitet.

Hinweis zu Wappenanhängern mit Stein:

Anhänger werden in der Regel zur Ansicht graviert. Ein Siegelabdruck im Wachs wäre bei einer Ansichtsgravur spiegelverkehrt – technisch ist das Siegeln aber dennoch möglich.

Siegelringe & Anhänger ohne Stein

Gravur im Edelmetall (Gold, Silber, Platin)


  • Flachstich / Glanzschnitt: Dezent und filigran wie eine klassische Gravur.

  • Siegelgravur (stark vertieft): Plastisch und tief ausgehoben für das Siegeln mit Heißwachs.

  • Vertiefte Gravur (zur Ansicht): Tief geschnitten, jedoch spiegelrichtig lesbar.

  • Reliefgravur: Die meisterhafte Erhabenheit auf dem Edelmetall.


Was ist der Unterschied zwischen einer Siegelgravur und einer normalen Gravur?

Obwohl beide Gravurarten in die Tiefe gehen, unterscheiden sie sich grundlegend in ihrer Tiefe und ihrem Verwendungszweck:

  • Flachstich/Glanzschnitt (Normale Gravur): Hierbei werden die Linien des Wappens oder der Initialen filigran und relativ flach in das Edelmetall geschnitten. Das Motiv wirkt wie eine feine, edle Zeichnung, die das Licht wunderschön reflektiert. Ein Flachstich ist ideal für die reine Optik. Sie liefert im Heißwachs keinen plastischen Abdruck, da die Vertiefung zu gering ist. 
  • Siegelgravur (Stark vertieft): Bei einer echten Siegelgravur wird das Motiv nicht nur spiegelverkehrt graviert, sondern die Flächen werden vom Graveurmeister tief und plastisch dreidimensional ausgehoben. Jede Linie wird so ausgearbeitet, dass das flüssige Wachs perfekt hineinfließen kann. Erst durch diese Tiefe entsteht beim Siegeln ein wunderschöner, plastisch nach oben hervortretender Abdruck im Wachs.

Aufgrund des viel höheren Materialabtrags und der komplexen Ausarbeitung der Tiefen ist eine echte Siegelgravur handwerklich deutlich aufwendiger als ein feiner Flachstich und daher auch entsprechend hochpreisiger.


Was ist der Unterschied zwischen einer Siegelgravur und einer Reliefgravur?

Der Unterschied liegt im Prinzip von „Negativ“ und „Positiv“ – also darin, ob das Motiv in die Tiefe geht oder nach oben herausragt:

  • Siegelgravur (Negativ-Verfahren): Hierbei wird das Wappen tief in den Stein oder das Metall hineingearbeitet. Das Motiv liegt also tiefer als die Oberfläche des Rings. Sie ist spiegelverkehrt angelegt, damit beim Eindrücken in heißes Siegelwachs ein seitenrichtiger, plastisch nach oben hervorstehender Abdruck entsteht.
  • Reliefgravur (Positiv-Verfahren / Kamee): Hier ist es genau umgekehrt. Das Wappen selbst bleibt auf der ursprünglichen Höhe, während der Graveurmeister den gesamten umliegenden Hintergrund Schicht für Schicht abträgt. Das Motiv steht am Ende dreidimensional und plastisch nach oben aus dem Ring heraus – ähnlich wie das Gesicht auf einer Münze.

 

Hinweis zur Reliefgravur:

Eine Reliefgravur ist ein reines Kunstwerk zur Ansicht. Man kann mit ihr nicht siegeln. Durch den extremen Zeitaufwand, den Hintergrund gleichmäßig abzutragen, ist die Reliefgravur die kostspieligste aller Gravurarten.


Was bedeuten die Begriffe Gemme, Intaglio und Kamme?

  • Gemme: Ursprünglich bezeichnete der Begriff eine eingetiefte Gravur. Heute wird „Gemme“ zunehmend als Oberbegriff für gravierte Edelsteine verwendet – sowohl für vertieft gearbeitete Motive als auch für erhaben geschnittene Reliefdarstellungen.
  • Intaglio: Als Intaglio bezeichnet man eine Gravur mit negativ eingeschnittenem Motiv. Diese Technik wird traditionell für Siegel verwendet, da das vertiefte Bild im Abdruck seitenrichtig und erhaben erscheint.
  • Kamee: Die Kamee beschreibt eine erhaben geschnittene Reliefgravur. Dabei hebt sich das Motiv plastisch vom Hintergrund ab. Häufig durch die Nutzung unterschiedlich gefärbter Steinschichten.


Wir lieben Siegelringe & Wappenschmuck

Ausdrucksstarke Auswahl handgefertigter Siegelringe aus der Goldschmiede Stephanie Berger zur Veranschaulichung der Leidenschaft für moderne und klassische Gravurkunst.

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